100 Meilen Schönbuch-Ultra-Trail » SUT100

Racemap bietet Live-Tracking auch für komplizierte und anspruchsvolle Sport-Veranstaltungen. 

Freitag abend vor dem SUT100 – Andreas macht das Briefing der Läufer

Mitte Oktober lief der erste Schönbuch-Ultra-Trail – 100 Meilen anspruchsvoller Trail-Run (offizielle Quali für den UTMB®, 4 Punkte) rund um den Naturpark Schönbuch. Gemeinsam mit dem Veranstalter Andreas Löffler (schreibt übrigens auch den trails4you-Blog) aus Böblingen haben wir live GPS-Tracking gemacht. Seine Erfahrungen mit Live-Tracking schildert Andreas im Interview.

Konrad (Racemap): Was hat dich dazu gebracht, rund um den Naturpark Schönbuch einen 100 Meilen Ultra-Lauf zu veranstalten?
Andreas: Die Idee, um den Schönbuch zu laufen, kam mir vor drei Jahren beim Laufen am Schönbuchrand. Ich wäre gerne noch weiter, musste aber nach Hause. Bei einem meiner nächsten Läufe hatte ich mir dann wieder ein Stück am Rand des Schönbuchs gesucht. So lag es nah, den Schönbuch mal ganz zu umrunden.
Anfangs stand noch die Idee eines Gruppenlaufs mit ca. 80km Länge. Nach weiteren Streckenerkundungen zu Fuß und virtuell via Openstreetmap wurde die Strecke immer länger (100km, 120km und schließlich 100 Meilen). Nach einem erfolgreichen 100-Meilen-Finish war klar, dass das die richtige Distanz ist (Laufen bei Tag und Nacht). Und das Teilnehmerlimit von 25 ist bewußt für die familiäre Atmosphäre meiner Veranstaltung gesetzt.

K: Warum wolltest du eine Live-Visualisierung von deinem Wettkampf? Es gab doch sicher genug wichtigere Aufgaben bei der Vorbereitung?
A: Eine Live-Visualisierung hatte ich relativ früh im Kopf, aber genau deshalb nicht weiterverfolgt, weil es eben andere und auch wichtigere Aufgaben gab. Weiterhin hatten erste Recherchen noch kein brauchbares System für das Tracking von Ultra-Läufen (> 30h non-stop) ausfindig gemacht.
Warum überhaupt? Das hat verschiedene Gründe, zum einen ist es für Zuschauer schwer abzuschätzen, wann welche Läufer wo vorbei kommen. Mit einem Live-Tracking sollte es für Zuschauer und die Helfer an den Verpflegungsstellen möglich sein, die LäuferInnen im Auge zu behalten. Für mich als Veranstalter hatte ich gehofft, damit LäuferInnen, die sich verlaufen haben, wieder auf den Weg zu lotsen. … Und ggf. hat man damit auch eine Kontrolle, dass alle richtig laufen.


K: Wie bist du dann auf Racemap aufmerksam geworden?
A: Bei einem „Lauftreff“ in der Pfalz hat mir ein Läufer berichtet, dass Michael Esser bei seinem kleinen-KoBoLT-Ultra ein Live-Tracking ausprobieren will. Da bin ich hellhörig geworden … das war zwei Monate vor dem geplanten SUT100 Start ;-).
Schon beim ersten, total unkomplizierten Kontakt mit Racemap wurde klar, dass wir gemeinsam Live-Tracking bei meiner Veranstaltung ausprobieren.

K: Wie hast du das Live-Tracking mit Racemap vorbereitet und bei der Veranstaltung mit deinen Läufern durchgeführt?
A: Ich habe mein Event auf racemap.de selbst eingerichtet und organisiert. Dies funktioniert relativ einfach und meistens intuitiv.
Es war von vornherein klar, dass die von Racemap angebotene Tracking-Lösung via Android-App nicht ideal ist, da die Akkulaufzeit durchs Live-Tracking auf max. 8h begrenzt wird. Da hat mir der Kontakt zu Dirk von der Lauf-KulTour sehr geholfen. Die Lauf-KulTour läuft jedes Jahr als Non-Stop-Staffel 4000 km rund um Deutschland. Den Live-Stream von der Lauf-KulTour versorgt … ta-da … Racemap, das Live-Tracking funktioniert bei der Lauf-KulTour mit GPS/GSM-Trackern, die ich mir für meinen SUT ausleihen konnte.
Ich habe mit drei TK-5000 Trackern und mit der Android-App vorab getestet, dass das Tracking prinzipiell funktioniert. Bei den TK-5000 habe ich diverse Konfigurationen ausprobiert, die auf eine ausreichende Akkulaufzeit hoffen ließen, ohne durchschlagenden Erfolg.
Die Läufer habe ich vorab informiert, dass ein Live-Tracking möglich ist, aber eben nur mit Einschränkung (kein non-stop Tracking für 30h).
Die restlichen Tracker hat mir Dirk in der Woche vor dem Lauf geschickt, so dass es gerade noch gereicht hat, die Akkus zu laden ;-).
Ich habe die Tracker beim Briefing mit den Startnummern ausgeteilt, mit dem Hinweis, dass der Akku nur 8-12h hält. Die Idee war, diese entweder vom Start an einschalten oder erst später auf der zweiten Hälfte. Das war vielleicht schon zu kompliziert.

K: Warum sind nachträglich nur wenige Sportler im Wettkampfplayer zu sehen? Was müßte man beim nächsten Mal bei der Durchführung verbessern?
A: Der Hauptgrund ist, dass viele Läufer in der Wettkampf-Aufregung vergessen haben den Tracker einzuschalten. Hier bietet es sich an, die Tracker und die App auf einen automatischen Start zu konfigurieren.
Einige Sportler haben sich die Racemap-App fürs iPhone gewünscht … und die App muss stabiler und länger laufen.

K: Hat sich für dich und deine Läufer der Aufwand trotzdem gelohnt? Wie fanden die Sportler die Idee mit dem Live-Tracking?
A: Die Idee und die konzeptionelle Umsetzung sind super! Ich konnte den Wettkampfplayer ganz einfach auf meiner Homepage einbinden. Außerdem läuft der Wettkampfplayer auf Smartphones. Das ist sehr flexibel und vielseitig. Das sehen auch die SportlerInnen so. Die LäuferInnen hatten ja defacto keinen Aufwand und für mich hat sich das auf jeden Fall gelohnt.
Man sammelt halt durch die Anwendung Erfahrungen und nur aus Fehlern kann man fürs nächste Mal lernen. Ich will auf jeden Fall mit Racemap in Kontakt bleiben und neue Hardware- und App-Lösungen testen.

K: Wann organisierst du den nächsten Wettkampf? … oder steht jetzt bei dir wieder „selber aktiv Sport machen“ im Vordergrund?
A: Uff … der SUT war ein riesen Stück Arbeit. 100 Meilen zu laufen ist einfacher ;-).
Aber es hat irre viel Spaß gemacht, einen Ultra-Lauf von der anderen Seite zu sehen.
Ich denke natürlich schon an den zweiten SUT100, ob das aber nächstes Jahr schon was wird, oder doch erst 2014 … mal schauen. Auf jeden Fall wieder mit Live-Tracking.
Ansonsten will ich dieses Jahr noch einige Kilometer gutmachen. Mir fehlt auch noch ein Eintrag in der DUV Statistik für 2012 ;-).

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